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Besichtigung des Daimler – Sprinter – Werks Düsseldorf

Als letzte Veranstaltung vor den Schulferien in NRW hatte eine große Delegation des WVV die Gelegenheit, das hochmoderne Sprinter Werk der Daimler AG in Düsseldorf zu besichtigen. Der traditionsreiche Industriestandort im Stadtteil Rath war ab 1889 zunächst von der Firma Rheinmetall bebaut und ab 1950 an die Auto Union GmbH verkauft worden. Mit Übernahme der Auto Union durch die Daimler – Benz AG begann ab 1962 die Produktion von leichten Nutzfahrzeugen der Typen O/L 319, später T1 und T2, sowie ab 1995 des Sprinters. Der aktuelle Typ mit der werksinternen Bezeichnung  NCV3 wird seit 2006 hier gefertigt, wobei sich das Werk die Produktion mit dem Schwesterwerk Ludwigsfelde teilt. In Düsseldorf entstehen die Fahrzeuge mit geschlossenem Aufbau (Bus und Kasten), in Ludwigsfelde die offenen Modellvarianten (Pritsche, Doppelkabine und Fahrgestelle). Die Jahresproduktion des Werks betrug im Jahr 2008 156.000 Fahrzeuge. Aufgrund der unterschiedlichen Radstände, Längen, Höhen, Gewichten, Aufbau – und Motor, sowie Getriebekonfigurationen ergeben sich inclusive des ebenfalls in Düsseldorf gefertigten Modells VW Crafter ca. 1000 Grundmodelle, die gleichwohl in einer Montagelinie gefertigt werden. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Komponenten des Sprinters und des Crafters nur zu 40% übereinstimmen. Nutzfahrzeuge werden üblicherweise nur bei Vorliegen eines Kundenauftrages gefertigt, die Fertigungsdauer eines Fahrzeuges beträgt 3 Tage. Dies ist zwar deutlich höher als in der Pkw – Produktion, jedoch durch die gebotene Variantenvielfalt erforderlich.

Unser Rundgang startete in der Rohbau – Halle, die aus Platzgründen im Gegensatz zu üblichen Bauweisen in die Höhe gebaut wurde und über zwei Montage – und zwei Zwischenebenen verfügt. Es existieren zahlreiche Aufzüge, die die Karosserien zwischen den beiden Arbeitsebenen befördern. Die Schweißarbeiten werden durchweg von Industrierobotern ausgeführt, die Tätigkeit der Mitarbeiter beschränkt sich auf die Bereitstellung der Teile zu Beginn des Prozesses und auf die Qualitätskontrolle. Durch Einsatz des Metall – Aktivgas – Schweißverfahrens wird der Funkenflug reduziert und der Lichtbogen besser geschützt.

Die Lackiererei konnte diesmal nicht besichtigt werden. Für die Baureihe werden 400 Farbtöne angeboten, zu 75% werden jedoch weiße Fahrzeuge geordert, die anschließend von den Kunden mit Firmenwerbung beklebt werden.

Bei der Besichtigung der Montagehalle fand das vollautomatische Einkleben der Scheiben besondere Aufmerksamkeit. Der hier tätige Industrieroboter überprüft die korrekte Montageposition 6 mal bevor er die Scheibe einsetzt. Zur Erleichterung des Innenausbaus für die Mitarbeiter werden die im Rohbau bereits an den Karosserien montierten Türen wieder entfernt. Im Rahmen der Prozessoptimierung ist man bemüht, für die Mitarbeiter ergonomisch ungünstige Handgriffe zu vermeiden und bei Bedarf das Montageverfahren zu ändern oder notfalls an dieser Stelle Roboter einzusetzen.

Insgesamt zeigte sich, dass bei der Produktion von Nutzfahrzeugen trotz der ebenfalls weitgehenden Automatisierung doch erhebliche Unterschiede zur Pkw – Herstellung bestehen.

Das anschließende Sommerfest des WVV im Restaurant Ashley`s Garden fand ebenfalls unter reger Beteiligung statt, musste jedoch witterungsbedingt von dem ursprünglich vorgesehenen Garten in die Innenräume verlegt werden.

Weitere Informationen über das Werk Düsseldorf unter http://www.daimler.com/dccom/0-5-8801-49-36810-1-0-0-0-0-0-92-7145-0-0-0-0-0-0-0.html